SEA News November 2023: mehr Datenschutz, mehr KI und mehr Möglichkeiten für Performance Max

Auch wenn wir möglichst besinnlich in die Adventszeit starten wollen: das Ads-Universum rund um Google, Microsoft und Amazon fährt gegen Ende des Jahres noch einmal richtig hoch. Es gibt einige Produkt-Updates, News zum Datenschutz und auch KI ist wieder ein Thema. Damit ihr im üblichen Q4-Trubel nichts verpasst, haben wir die wichtigsten SEA News wieder für euch zusammengefasst.

Updates zu Googles Privacy Sandbox

2024 rückt immer näher, und somit auch die schrittweise Einstellung der Drittanbieter-Cookies bei Google Chrome. Damit soll das Thema Datenschutz auf ein ganz neues Level gehoben werden – doch was machen wir Online Marketer, wenn wir dann wirklich bald in einer „cookieless“ Zukunft leben?

Auch im November gab es News zur Timeline der Privacy Sandbox: Aktuell laufen hier schon Tests für Entwickler*innen, die die Einstellung von Drittanbieter-Cookies selbst simulieren können. Somit werden die neuen APIs für immer mehr Personen geöffnet und Entwickler*innen haben die Chance, eigene Tests durchzuführen. Parallel dazu hat Google erste eigene Ergebnisse aufgestellt, wonach die neuen, datenschutzfreundlichen Lösungen ähnlich performant zu bisherigen Third-Party-Lösungen sein sollen. 

Aus diesen Tests wird bald Realität – schon im Q1 2024 werden bei 1 % aller Chrome-Nutzer*innen die Drittanbieter-Cookies eingestellt. Aktuell ist noch unklar, ob betroffene Personen eine Mitteilung dazu erhalten und sich von der Testgruppe ausschließen lassen können. Diese Option fällt laut aktuellem Plan aber auf jeden Fall spätestens im Q3 2024 weg – ab diesem Zeitpunkt sollen die Drittanbieter-Cookies dann komplett eingestellt sein.

Für Online-Marketer bedeutet das: Ohren offen halten, was die neuen, datenschutzfreundlichen Lösungen und APIs von Google angeht und selbst so früh wie möglich Tests durchführen und die „cookieless future“ einläuten.

Die Timeline der Privacy Sandbox grafisch dargestellt (Quelle: Privacy Sandbox von Google)

Performance Max Updates

Mittlerweile ist er nicht mehr der neueste Kampagnentyp im Google-Ads-Kosmos, doch spannend bleibt es im Bereich der Performance-Max-Kampagne allemal. Auch im November gab es wieder mehrere Updates, die die Erstellung erleichtern und die Black Box ein bisschen einsehbarer machen sollen:

Neue KI-Features

Nachdem wir uns in den News im letzten Monat schon mit dem Konversationsmodus beschäftigt haben, geht es mit ähnlichen Neuigkeiten weiter. Bald wird die Generative KI auch für Performance Max verfügbar sein und bei der Erstellung von Anzeigeninhalten helfen. Ein effizienteres und kreativeres Arbeiten soll so ermöglicht werden: Die KI generiert Vorschläge zu Anzeigentiteln, Beschreibungen und Bildern auf Basis der Landingpage. Dabei werden automatisch relevante Inhalte erkannt und die Creatives auf dieser Basis angepasst. Werbetreibende haben im zweiten Schritt die Möglichkeit, die Vorschläge zu überprüfen und anzupassen.

Aktuell steht diese Funktion erst einmal nur in den USA und UK zur Verfügung. Wir sind gespannt, ob wir im DACH-Bereich auch bald erste Erfahrungen damit machen dürfen.

Beispiel für die Erstellung einer Performance-Max-Kampagne mit Hilfe der KI (Quelle: Google Ads & Commerce Blog)

Suchthemen für Performance Max

Ab sofort verfügbar als Beta für alle Konten in Deutschland ist das Feature der „Suchthemen“ bei Performance Max. Es können nun bis zu 25 Suchthemen pro Kampagne, vergleichbar mit Keywords, zu den Zielgruppen-Signalen hinzugefügt werden. Somit kann man die Zielgruppen verfeinern und die Lerngeschwindigkeit der Kampagne erhöhen.

Suchthemen in Performance-Max-Kampagnen sind besonders hilfreich, wenn die verlinkte Landingpage nur begrenzte Produkt- oder Dienstleistungsinformationen bietet. Innerhalb des Suchnetzwerks erhalten diese Suchthemen eine ähnliche Priorität wie „Phrase Match“ und „Broad Match“ Keywords in regulären Suchkampagnen. Es ist wichtig zu beachten, dass „Exact Match“ Keywords aus anderen Kampagnen weiterhin Vorrang vor den definierten Suchthemen in Performance-Max-Kampagnen haben.

Auswertung nach Produkttypen

Und noch ein kleines Update ist uns bei der Arbeit im Konto aufgefallen: Seit November ist es nun auch möglich, direkt in der Google-Ads-Oberfläche die Performance der einzelnen Produkttypen zu analysieren. Passend zum aufregenden Q4 ist das Update besonders für Werbetreibende im E-Commerce-Bereich spannend, da so eine detaillierte Analyse der Leistung einzelner Produktkategorien innerhalb einer Kampagne möglich wird.

Die neue Ansicht im Interface

Kampagnenweite Anzeigentitel und Beschreibungen

Neu im Google-Ads-Angebot sind nun auch kampagnenweite Assets für responsive Suchanzeigen, genauer gesagt Anzeigentitel sowie Beschreibungen, die übergreifend für alle oder bestimmte Kampagnen angelegt werden können. Aktuell befindet sich diese Option in der offenen Beta-Phase, sie muss also bei einer Google-Ansprechperson beantragt werden. Sobald aber das Konto dafür freigegeben ist, steht euch das Asset zur Verfügung und nimmt euch vor allem bei zeitlich begrenzten Aktionen viel Arbeit ab. Es gibt die Möglichkeit, drei Headlines und zwei Descriptions anzulegen und sie an einer beliebigen Position zu pinnen. Bei Bedarf kann auch Start und Ende der Ausspielung vorab angelegt werden.

Die beispielhafte Erstellung eines kampagnenweiten Anzeigentitels

Merchant Center: Limited Availability

Auch wenn der Google-Support-Artikel dazu noch schweigt: uns ist ein neuer Verfügbarkeits-Typ im Merchant Center aufgefallen. Neben in stock, out of stock, preorder sowie backorder kann man dort auch den Wert limited availability auswählen. Der neue Wert kann verwendet werden, wenn die Verfügbarkeit eines Produkts bei einem oder zwei Artikeln liegt. So kann signalisiert werden, dass das Produkt zwar verfügbar ist, aber nur in begrenzten Mengen.

Die neue Auswahlmöglichkeit im Merchant Center

Microsoft Ads

Benachrichtigung bei Richtlinienverstößen

Im November brachte Microsoft eine willkommene Neuerung für Microsoft Ads: verbesserte Kommunikation bei redaktionellen Ablehnungen. Wenn Anzeigen oder Keywords den redaktionellen Richtlinien nicht entsprechen, erhalten Werbetreibende nun detaillierte Ablehnungsgründe und konkrete Vorschläge zur Korrektur. Dieses Update ist darauf ausgelegt, das Verständnis für die Ablehnungsgründe zu vertiefen und eine schnellere Anpassung der Anzeigen zu ermöglichen. Besonders praktisch: jede Ablehnung wird jetzt mit einem direkten Link zum entsprechenden Richtlinienverstoß versehen, sodass die nötigen Änderungen direkt im Interface vorgenommen werden können.

Die neue Mail-Benachrichtigung für Richtlinienverstöße in Microsoft-Ads (Quelle: Microsoft Advertising Blog)

Maximize Conversions und Target Cost per Acquisition (CPA) als neue Gebotsstrategien

In einem Blogbeitrag vom November 2023 stellt Microsoft neue Gebotsstrategien für Audience Ads vor. Die neuen Strategien, Maximize Conversions und Target Cost per Acquisition (CPA), sollen Werbetreibenden dabei helfen, ihre Kampagnenziele effektiver zu erreichen. Maximize Conversions zielt darauf ab, die Conversions so weit wie möglich zu maximieren, während man optional auch einen maximalen CPC und einen Ziel-CPA angeben kann.

Empfohlen wird diese Strategie vor allem für Kampagnen mit mehr als 30 Conversions im Monat, da sonst nicht mit einer stabilen Performance gerechnet werden kann. Außerdem berichtet Microsoft, dass sie die gesamte Ads-Plattform hinsichtlich automatischer Gebote verbessert haben, darunter bei der Genauigkeit der Conversion-Vorhersage. Im Idealfall kann so mehr Flexibilität von den Kampagnen erwartet werden, während die Kontrolle bei der Optimierung nicht verloren geht.

Amazon Ads

Neues KI-Tool für Lifestyle Images

Künstliche Intelligenz und Automatisierung können nicht nur Google und Microsoft: Auch Amazon hat diesbezüglich News für uns. Das Unternehmen hat ein neues KI-Tool für Werbetreibende eingeführt, das die Erstellung von Lifestyle-Bildern für Produktanzeigen vereinfacht. Dieses Tool verwendet generative KI, um realistische und ansprechende Lifestyle-Bilder zu generieren, die Produkte in Alltagssituationen zeigen. Die KI analysiert das Produkt und erstellt Bilder, die es in einer für das Produkt relevanten Umgebung darstellen, wodurch die Anzeigen visuell ansprechender und relevanter für potenzielle Käufer*innen werden sollen.

Beispiel für ein Produkt in einer Lifestyle-Umgebung (Quelle: Amazon Blog)
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